
Die verschiedenen Bestandteile eines Plattenspielers – Teil 1
1. Der Sockel oder das Chassis
Er muss so träge und steif wie möglich sein, damit die vom Motor und der Antriebswelle direkt sowie vom Schalldruck der im selben Raum befindlichen Lautsprecher indirekt abgegebenen Schwingungen nicht auf den Tonarm und den Tonabnehmer übertragen werden.
In den meisten Fällen besteht der Sockel aus akustischen und wirtschaftlichen Gründen aus MDF (PRO-JECT XPRESSION 3), er kann aber auch aus Spanplatte (REGA PLANAR 3) oder Sperrholz (AUDIONOTE) gefertigt sein. Manche bestehen aus einem Verbund verschiedener schallabsorbierender Materialien, wie beispielsweise Aluminium/MDF (VPI SCOUT MASTER) oder Acryl/Aluminium (WELL TEMPERED Amadeus GtA). Heutzutage gibt es auch Sockel, die aus einem einzigen Stück transluzentem Methacrylat gefertigt sind (PRO-JECT 2Xperience). Dieses Material verfügt nicht nur über hervorragende akustische Eigenschaften, sondern verleiht dem Plattenspieler auch ein sehr stilvolles Aussehen. PRO-JECT bietet ebenfalls hochwertige Chassis aus MDF und Metallkugeln an (RPM 9,2 und RPM 10 Evo, XTension).
Natürlich ist auch ein hohes Gewicht eine Lösung gegen Vibrationen. Daher gibt es Plattenspieler mit einem Sockel aus Granit, Marmor, Schiefer oder Stein.
Der Sockel wird auf verschiedene Weise entkoppelt: durch einfache Gummifüße (3 oder 4), Kegel aus Metall, Aluminium oder Verbundwerkstoff, Kombinationen aus Kegeln und Sorbothan-Kugeln (2Xpression), Squashbälle (Well-Tempered), Federn… Diese Füße sind manchmal sehr aufwendig konstruiert, wie beim Pro-ject Xtension, den sie dank eines ausgeklügelten magnetischen Abstoßungssystems „schweben“ lassen.
2. Die Gegenplatte
Als Gegenplatte bezeichnet man den Teil, auf dem die Aufnahmemulde der Antriebsachse ruht. Bei den sogenannten „starren“ Plattenspielern ist sie mit dem Sockel verschmolzen und besteht häufig aus demselben Material. Bei den sogenannten „gefederten“ Plattenspielern (Thorens, Linn LP12, Systemdeck, Aryston, Heybrook TT2, Pro-ject 6,9…) ist sie hingegen oft sehr spezifisch.
Sie kann aus Stahl, Carbon (THORENS TD550), Verbundwerkstoff, Aluminium oder verschiedenen Legierungen bestehen. Im Allgemeinen ruht die Gegenplatte auf drei Federn (Drucksystem) oder ist an drei Federn aufgehängt (Zugsystem). Die Compliance (Elastizität) variiert je nach Hersteller, der die Resonanzfrequenz der gesamten Konstruktion berücksichtigt.
3. Der Plattenteller
Ihre Größe, ihr Gewicht, ihre Dicke und ihre Struktur variieren je nach Hersteller und Modell. Das angestrebte Ziel ist jedoch immer dasselbe: Der Plattenteller muss so präzise wie möglich gefertigt sein und rund laufen! Es ist daher unerlässlich, dass er perfekt ausgewuchtet ist, ähnlich wie eine Autofelge. Andernfalls würde sich die Achse vorzeitig abnutzen und es käme während der Wiedergabe zu starken Reibgeräuschen.
Außerdem muss der Plattenteller so wenig wie möglich mitschwingen und ein maximales Trägheitsmoment aufweisen.
Man findet sie aus MDF (REVOLVER, PRO-JECT Genie…), aus Leichtmetall wie Aluminium (LINN LP12, THORENS TD350), aus Glas (REGA PLANAR 3, PRO-JECT 6,1…), aus Keramik (REGA PLANAR 9) sowie aus Methacrylat (PRO-JECT Esprit, RPM 9 und 10, VPI SCOUT MASTER…), wobei letztere Wahl sehr sinnvoll ist, da dieses Material eine Resonanzfrequenz aufweist, die der einer Schallplatte sehr nahekommt, und den Verzicht auf eine Plattentellerabdeckung ermöglicht. Die Leistung lässt sich durch Hinzufügen eines Auflagekörpers (PRO-JECT RECORD PUCK, THORENS Stabilizer) noch weiter steigern, dessen Aufgabe es ist, die Schallplatte perfekt flach auf dem Plattenteller zu halten. Bei einigen sehr hochentwickelten Plattenspielern saugt der Plattenteller die Schallplatte an (BASIS).
4. Der Plattenteller-Schutz
Sie muss unbedingt bei allen Plattentellern aus Legierung, Glas und MDF verwendet werden. Sie verhindert, dass deren Resonanz auf die Schallplatte übertragen wird. Grundsätzlich besteht sie aus synthetischem Gummi (Thorens TD166) oder Filz (LINN LP12, REGA PLANAR 3). Sehr gute Ergebnisse erzielt man mit Kork (PRO-JECT Cork it) und Leder (PRO-JECT Leather it). Die Oberfläche der Plattentellerabdeckung muss ausreichend griffig sein, damit die Schallplatte nicht verrutscht. Bei Acryl-Plattentellern ist die Plattentellerabdeckung, von Ausnahmen abgesehen, überflüssig. Es ist zu beachten, dass beim Wechseln eines Plattenteller-Covers möglicherweise die Höhe des Tonarms angepasst werden muss, um den Unterschied in der Dicke zum ursprünglichen Modell auszugleichen. Stellen Sie daher sicher, dass der Tonarm des Plattenspielers höhenverstellbar ist, falls der neue Plattenteller-Cover dicker ist.
Den 2. Teil finden Sie HIER